Stromanbieter wechseln In zehn Minuten in einen besseren Stromvertrag wechseln

Benjamin_Weigl
Benjamin Weigl
Finanztip-Experte für Energie

Das Wichtigste in Kürze

  • Deinen Stromanbieterwechsel kannst Du innerhalb von zehn Minuten erledigen. Wer seinen Stromvertrag regelmäßig prüft, kann eine Menge Geld sparen. 2024 ist die mögliche Ersparnis besonders hoch.

  • Vor dem Wechsel solltest Du Deinen Stromverbrauch im letzten Jahr und die Konditionen Deines aktuellen Stromvertrags kennen. Wir zeigen Dir, wo Du alles findest.

  • Wenn Du den Stromanbieter noch nie selbst gewählt hast, bist Du in der teuren Grundversorgung des lokalen Stadtwerks. Dann lohnt sich Wechseln praktisch immer.

So gehst Du vor

  • Finde heraus, bei welchem Stromanbieter Du gerade bist und welchen Strompreis Du laut Vertrag bezahlst. 
  • Prüfe anschließend, ob sich ein Anbieterwechsel lohnt. Vergleiche Tarife mit unserem Stromrechner: Er fragt die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig ab und filtert die Ergebnisse nach den ver­brau­cher­freund­lichen Finanztip-Kriterien. Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über die Du Deinen Tarif direkt abschließen kannst. Alle Emp­feh­lungen erfolgen rein redaktionell und zu 100 Prozent unabhängig.

Jetzt Stromanbieter wechseln

  • Die Kündigung Deines alten Stromvertrags übernimmt in der Regel der neue Anbieter für Dich. Achtung: Wenn Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht nutzt, zum Beispiel bei einer angekündigten Preiserhöhung, dann musst Du selbst kündigen.

Von wem Du Deinen Strom bekommst, kannst Du selbst bestimmen. Und zwar nicht nur einmal, sondern immer wieder. Erhöht Dein Stromanbieter etwa die Preise, kannst Du sofort den Vertrag kündigen und Dir einen anderen Lieferanten suchen. Du gehst bei solch einem Wechsel kein Risiko ein: Deine Stromversorgung bleibt sicher. In einem günstigeren Tarif kannst Du ordentlich Geld sparen.

Der Finanztip-Stromrechner (enthält Werbelinks) hilft Dir bei der Suche nach Tarifen für normalen Haushaltsstrom. Schau bei unseren weiteren Ratgebern vorbei, wenn Du einen speziellen Stromtarif für Deine Wärmepumpe oder für Deine Wallbox suchst.

Wann solltest Du den Stromanbieter wechseln?

Der wahrscheinlich wichtigste Grund für einen Stromanbieterwechsel: viel Geld sparen. Im Jahr 2024 besonders viel. Die Strompreise schwanken seit den letzten Jahren stark. Die Spanne zwischen einem günstigen Stromvertrag und einem teuren kann daher sehr groß sein. Du solltest daher regelmäßig Stromtarife vergleichen – mindestens einmal im Jahr. Vergleichst Du regelmäßig, hältst Du Deine Strom­kos­ten dauerhaft niedrig und sparst gegenüber teuren Tarifen locker mehrere 100 Euro im Jahr.

Es gibt eigentlich keinen Grund, das nicht zu tun. Der Wechsel selbst geht nicht nur einfach, sondern auch schnell – ein neuer Stromanbieter ist oft in zehn Minuten gefunden. Mithilfe des Finanztip Stromvergleichs (enthält Werbelinks) weiter unten auf dieser Seite bekommst Du einen Überblick zu den günstigsten Stromanbietern an Deinem Wohnort. 

Viel schiefgehen kann bei einem Anbieterwechsel auch nicht, Deine Stromversorgung bleibt ununterbrochen sicher. Bei der Auswahl eines guten Tarifs unterstützt Dich Finanztip: Wir empfehlen Dir nur Stromtarife, die ver­brau­cher­freund­liche Kriterien erfüllen. Stromanbieter, die in der Vergangenheit negativ aufgefallen oder unseriös sind, stehen bei uns auf einer Blacklist und werden im Rechner nicht angezeigt.

Zusammengefasst lohnt sich ein Stromanbieterwechsel besonders in diesen Fällen: 

  • Du hast noch nie den Stromanbieter gewechselt – dann befindest Dich höchstwahrscheinlich in der Grundversorgung. Dieser Basis-Tarif kommt vom örtlichen Stadtwerk oder einem anderen Unternehmen und ist oft besonders teuer. 
  • Du stellst fest, dass Du beim aktuellen Stromanbieter einen vergleichsweise hohen Strompreis bezahlst.
  • Du möchtest in einen Ökostrom-Tarif wechseln. 
  • Du möchtest einen Stromtarif mit besseren Vertragsbedingungen (zum Beispiel Preisgarantie, kurze Kündigungsfrist, kurze Vertragsverlängerung). 

Was benötigst Du für den Wechsel?

Ein paar Zahlen solltest Du zusammentragen, bevor Du den Stromanbieter wechselst. Für den Tarifvergleich brauchst Du neben Deiner Postleitzahl zunächst nur Deinen jährlichen Stromverbrauch. Den findest Du in Deiner letzten Stromrechnung – achte auf den Gesamtverbrauch in Kilowattstunden (kWh), das könnten zum Beispiel 2.500 kWh sein. Falls Du die Angabe nicht zur Hand hast, kann unser Stromrechner Deinen Stromverbrauch notfalls auch schätzen.

Außerdem solltest Du wissen, wie viel Du aktuell für den Strom bezahlst. Normalerweise wird in jedem Monat eine Zahlung fällig, der sogenannte Abschlag. Er setzt sich zusammen aus einem jährlichen Grundpreis, den der Stromanbieter pauschal verlangt. Und dem eigentlichen Preis für den Strom, dem Arbeitspreis, der für jede verbrauchte Kilowattstunde fällig wird. Damit kennst Du bereits die wichtigsten Daten, um Tarife vergleichen zu können.

Für den Abschluss des neuen Stromvertrags brauchst Du später noch die Zählernummer. Du findest sie auf Deinem Stromzähler, dort oft neben einem Strichcode oder auf einer Prüfplakette, oder auf Deiner Stromrechnung. Den Zählerschrank mit Deinem Stromzähler findest Du meistens im Keller – wenn Du zur Miete wohnst, lass ihn Dir vom Hausmeister zeigen. 
 

Wie vergleichst Du Stromtarife mit dem Finanztip-Stromrechner?

Die Preise für aktuelle Stromtarife können sich jederzeit ändern. Am einfachsten verschaffst Du Dir einen Überblick mit einem Vergleichsrechner. Wir empfehlen dazu einen Stromvergleich mit unserem Finanztip-Stromrechner. Er durchsucht gleichzeitig die Datenbanken der Vergleichsportale Check24 und Verivox und empfiehlt Dir nur Tarife, die unseren ver­brau­cher­freund­lichen Kriterien entsprechen. Stromanbieter, die uns in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind, schließen wir von der Ergebnisliste komplett aus – wir möchten sie nicht empfehlen. Wann Anbieter auf unserer Blacklist landen und welche weiteren Vorteile Dir unser Stromrechner bietet, kannst Du im Ratgeber zum Stromvergleich ausführlich nachlesen.

Bevor Du den Stromrechner startest, musst Du nur zwei Einstellungen vornehmen: 

  1. Was passt besser zu Dir: eher eine langfristige Planung oder aber die Option flexibel bleiben und bei Bedarf wechseln? Bei der zweiten Option findest Du Tarife mit maximal zwölf Monaten Laufzeit. Einen eventuellen Bonus für Neukunden rechnen wir in den Gesamtpreis fürs erste Vertragsjahr hinein. Dann solltest Du spätestens nach einem Jahr aber erneut die verschiedenen Stromanbieter vergleichen – und gegebenenfalls wieder wechseln.
  2. Sag uns, ob Du nur Tarife für Ökostrom angezeigt bekommen möchtest oder auch solche für konventionellen Strom.

Die Ergebnisliste des Finanztip-Stromrechners enthält Werbelinks zu Stromtarifen, die uns täglich aktuell von Check24 und Verivox übermittelt werden. Hauptparameter für die Sortierung der Angebote ist der jährliche Gesamtpreis. Mit der Auswahl der Filterkriterien verändern sich die Tarife, die erscheinen. Angebote, die unsere Finanztip-Kriterien nicht erfüllen, werden ans Ende der Liste sortiert. Alle Emp­feh­lungen erfolgen redaktionell unabhängig.

Bitte gib Deine Postleitzahl an
Kennst Du Deinen Stromverbrauch im Jahr?
Wie hoch ist Dein jährlicher Verbrauch?
Bitte gib Deinen Powerverbrauch an
Was passt besser zu Dir?
Möchtest Du nur zertifizierte Ökostrom-Tarife sehen?
Optional: Was zahlst Du aktuell?Optional

Hinweise zu den Daten im Finanztip-Stromrechner

Der Finanztip-Stromrechner basiert auf Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Du ein ver­brau­cher­freund­liches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien erhältst. Ausführlich erklären wir das hier. Den Grundversorgungstarif an Deinem Wohnort zeigen wir zum besseren Vergleich oberhalb der Ergebnisliste an. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen und erheben keinen Anspruch auf vollständige Marktabdeckung. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Willst Du über Verivox oder Check24 den Vertrag abschließen, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt in der Regel erst zustande, wenn Dich der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Für Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2023 www.check24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2023). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Willst Du einen abgeschlossenen Vertrag wieder kündigen, klicke für Check24-Verträge hier und für Verivox-Verträge hier, um Deine Kündigung durchzuführen.

Abschluss des Stromvertrags

Findest Du über unseren Rechner einen geeigneten Stromtarif, hast Du zwei Möglichkeiten, den Vertrag abzuschließen. Entweder Du klickst auf die angezeigten Links von einem unserer Partner, Check24 und Verivox, die dann den Stromanbieterwechsel für Dich einleiten. Dafür erhalten die Portale eine Provision vom jeweiligen Anbieter. Und Du unterstützt die Arbeit von Finanztip, denn wir erhalten dann wiederum eine Provision vom jeweiligen Portal, über das der Anbieterwechsel eingeleitet wird.

Oder aber Du nimmst direkt Kontakt zum Anbieter auf und schließt mit ihm einen Vertrag ab. Dann erhalten weder die Vergleichsportale noch wir eine Provision. Wir zeigen Dir in der Ergebnisliste auch Tarife, die nicht über die Portale abgeschlossen werden können. Entscheidest Du Dich für einen solchen, musst Du ohnehin direkt beim Anbieter Deinen Vertrag schließen.

Wie läuft der Wechsel des Stromanbieters ab?

Den Auftrag für einen Stromanbieterwechsel kannst Du bis zu sechs Monate vor dem geplanten Vertragsbeginn erteilen. So kannst Du Dir günstige Konditionen bereits im Voraus sichern, wenn Du etwa mit steigenden Preisen rechnest.

Alten Stromvertrag kündigen

Bezüglich der Kündigung Deines alten Stromvertrags gibt es drei mögliche Szenarien: 

Fall 1: Du hast noch einen laufenden Stromvertrag

Ein Stromvertrag hat immer eine Mindestvertragslaufzeit zwischen 1 und 24 Monaten. Sobald die abgelaufen ist, kommst Du aus dem Vertrag raus und kannst den Anbieter wechseln. In neueren Stromverträgen, die nach dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, gilt dabei eine Kündigungsfrist von maximal einem Monat. In älteren Verträgen kann die Kündigungsfrist länger sein und der Vertrag darf sich um bis zu einem Jahr immer wieder verlängern. Sonderfall Grundversorgung: Hier kannst Du jederzeit mit einer zweiwöchigen Kündigungsfrist rauswechseln.

Faustregel: Wenn Du wechseln willst, kümmere Dich möglichst früh darum. Suche Dir einfach einen neuen Stromtarif. Der neue Anbieter kann die Kündigung des alten Vertrags für Dich übernehmen, automatisch zum nächstmöglichen Zeit­punkt. Anschließend startet Dein neuer Stromvertrag. Optional kannst Du den Vertrag auch selbst kündigen, per E-Mail, Brief oder Fax. Nutze dafür gerne unseren Musterbrief zur ordentlichen Kündigung eines Stromvertrags.

Fall 2: Dein Stromanbieter kündigt eine Preisanpassung an

Bei angekündigten Preisanpassungen in Deinem aktuellen Stromvertrag hast Du fast immer ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Das bedeutet: Du kannst jetzt Stromtarife vergleichen und zu dem Datum, ab dem die Preisänderung gelten soll, aus dem bestehenden Vertrag raus. Das Son­der­kün­di­gungs­recht gilt sowohl bei Preiserhöhungen als auch bei Preissenkungen – vielleicht ist ein anderer Anbieter ja deutlich günstiger.

Beachte: Wenn Du Dein Son­der­kün­di­gungs­recht nutzt, darf der neue Anbieter nicht für Dich kündigen. Du musst selbst kündigen – per E-Mail, Brief oder Fax. Nutze dafür gerne unseren Musterbrief. Anschließend kannst Du einen neuen Lieferanten auswählen. Der neue Vertrag sollte direkt an das Ende des alten Vertrags anschließen.

Fall 3: Dein Stromvertrag ist bereits gekündigt oder Du hast keinen Stromvertrag

Schließe einen neuen Stromvertrag ab, der direkt am Tag nach dem Lieferende Deines bisherigen Vertrags beginnt. Das gilt auch, wenn Du in eine Wohnung neu einziehst, für die noch kein Stromvertrag besteht. Falls Du neu eingezogen bist und noch keinen Vertrag abgeschlossen hast, bist Du vermutlich in der Grund- oder Ersatzversorgung. Auch dann kannst Du jederzeit einen neuen Vertrag abschließen.

Nach der Kündigung

Zustande kommt der neue Liefervertrag erst, indem der neue Stromanbieter den Wechsel bestätigt und einen exakten Lieferbeginn nennt. Innerhalb von zwei Wochen sollte ein neuer Versorger startklar sein, wenn der bisherige Stromvertrag bereits gekündigt ist. Bis zu drei Wochen darf es dauern. Dauert es trotzdem länger, weil eine der beteiligten Firmen schusselt, kann der Netzbetreiber Deinen Stromanbieterwechsel rückwirkend festzurren – bis zu sechs Wochen nach dem vorgesehenen Lieferstart ist das möglich.

Damit Dein alter Vertrag und auch der neue richtig abgerechnet werden, solltest Du am besten am Tag des Anbieterwechsels Deinen Stromzähler ablesen und den Zählerstand an Deinen örtlichen Stromnetzbetreiber melden. Das geht oft online. Oft wird auch der neue Stromanbieter Dich auffordern, ihm den Zählerstand zu melden.

Deine Stromversorgung bleibt beim Anbieterwechsel ununterbrochen sicher. Endet Dein alter Vertrag und der Wechsel verzögert sich unerwartet, bekommst Du weiterhin Strom per Ersatzversorgung. Diese übernimmt der Grundversorger – das Energieunternehmen mit den meisten Stromkunden in einer Region. Die Ersatzversorgung dauert so lange, bis Dein neu gewählter Versorger liefern kann – maximal jedoch drei Monate. Danach rutscht Du automatisch in die Grundversorgung. Mehr dazu liest du im Ratgeber zur Grundversorgung und Ersatzversorgung.

Worauf musst Du bei der Wahl des Stromvertrags achten?

Problematische Stromanbieter, die uns negativ aufgefallen sind, streichen wir von der Emp­feh­lungsliste unseres Stromrechners, sie stehen auf der Finanztip Blacklist. Doch welche Vertragsbedingungen spielen beim Wechsel des Stromanbieters noch eine Rolle? Mal abgesehen von einem guten Preis? Der Finanztip-Stromrechner ist bereits so voreingestellt, dass die angezeigten Tarife die wichtigsten ver­brau­cher­freund­lichen Kriterien erfüllen, zum Beispiel

  • eine Preisgarantie, die mindestens so lang ist wie die Vertragslaufzeit,
  • eine Kündigungsfrist von mindestens zwei Wochen,
  • Ausschluss von Pakettarifen und Tarifen mit Vorkasse.

Das Wichtigste zu den Vertragsdetails von Stromverträgen findest Du hier nochmal zusammengefasst.

Stromtarife mit Prämie oder Bonus

Einige Stromanbieter versprechen eine Prämie oder einen Bonus für den Wechsel in ihren Vertrag. Oft heißen sie „Neukundenbonus“ oder „Sofortbonus“. Manchmal werden auch Prämien wie ein Fernseher oder ein Tablet für einen Stromanbieterwechsel angeboten. Achtung: Tarife ohne Boni und Prämien können günstiger sein als jene mit Prämie. Der Grund: Oft ist der eigentliche Strompreis in Verträgen mit Bonus etwas höher. Sobald der Bonus wegfällt – meistens nach dem ersten Vertragsjahr – ist der Tarif insgesamt teurer. Wenn Du Tarife finden möchtest, die auch ohne Bonus günstig sind, wähle im Stromrechner die Option „langfristige Planung“ aus.

Prinzipiell kannst Du beim regelmäßigen Stromanbieterwechsel aber immer wieder einen Bonus absahnen. Wählst Du im Stromrechner die Option „flexibel bleiben und bei Bedarf wechseln“, dann rechnen wir Boni in die Gesamtkosten des ersten Vertragsjahrs mit ein. Beachte, dass Du ein Neukunde sein musst. Anbieter zahlen keinen Bonus, wenn Du in den vorangegangenen Monaten bereits einen Vertrag dort hattest. Zudem zahlen nicht alle Stromanbieter einen Bonus immer automatisch und zuverlässig aus. Und falls Du den Stromvertrag während der ersten zwölf Monate kündigst, erlischt Dein Anspruch auf den Neukundenbonus meistens.

Mehr dazu im Ratgeber Stromtarif mit Prämie/Bonus

  • Viele Stromanbieter zahlen einen hohen Bonus, um Kunden anzulocken.
  • Neukundenboni kannst Du gezielt nutzen, doch es gibt Tücken und Hindernisse, die Du beachten solltest. 
  • Alle Informationen und wie Du einen Stromtarif mit Bonus abschließt, liest Du im Ratgeber.

Zum Ratgeber
 

Preisgarantie

Bei der Preisgarantie gibt es zwei Versionen: Die vollständige Preisgarantie und die eingeschränkte Preisgarantie. Bei einer vollständigen Preisgarantie sind alle Bestandteile des Strompreises inbegriffen, also auch staatlich bestimmte wie Steuern und gesetzliche Umlagen.

Im Gegensatz dazu bedeutet eingeschränkte Preisgarantie, dass bestimmte Preisbestandteile nicht abgedeckt sind. Meist handelt es sich um Steuern, Umlagen oder Abgaben auf den Strompreis, die der Stromanbieter nicht beeinflussen kann. Sollten sich diese ändern, darf er höhere Kosten trotz Preisgarantie an Dich weitergeben – dann könntest Du aber auch per Son­der­kün­di­gungs­recht aus dem Stromvertrag raus. Alle übrigen Bestandteile des Strompreises, etwa der Einkauf des Stroms (Beschaffungskosten) und die Gebühren für das Stromnetz (Netzentgelte), sind durch die eingeschränkte Preisgarantie abgesichert.

Im Finanztip-Stromrechner werden Dir nur Tarife mit wenigstens einer eingeschränkten Preisgarantie emp­foh­len, die mindestens so lange wie die Vertragslaufzeit gilt.

Vertragslaufzeit, Vertragsverlängerung und Kündigungsfrist?

Jeder Stromvertrag hat eine angegebene Vertragslaufzeit, die Mindestvertragslaufzeit. Sie darf maximal zwei Jahre betragen. Nach Ablauf der ersten Laufzeit kommt es automatisch zu einer Vertragsverlängerung des Stromvertrags auf unbestimmte Zeit.

Ordentlich kündigen kannst Du den Stromvertrag erstmals zum Ende der Mindestvertragslaufzeit, anschließend jederzeit. Die Kündigungsfrist darf höchstens einen Monat betragen. Mindestens zwei Wochen sollte die Kündigungsfrist aber sein, denn sollte der Anbieter Dir kündigen, hättest Du trotzdem genug Zeit, rechtzeitig einen neuen Vertrag zu schließen. 

Bei einem Umzug steht Dir ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu, wenn Dich Dein Lieferant an der neuen Adresse nicht zu denselben Preisen wie bisher beliefern kann.

Diese Grundregeln gelten für alle Stromverträge außerhalb der Grundversorgung, die ab März 2022 abgeschlossen wurden (§ 309 Nr. 9 BGB). In älteren Stromverträgen dürfen dagegen noch längere Fristen gelten.

Monatliche Abschlagszahlung 

Da eine Stromrechnung nur einmal im Jahr kommen muss, dürfen Stromanbieter Abschlagszahlungen vereinbaren. Die Abschläge sind monatliche Vorauszahlungen auf Deine zu erwartende Stromrechnung, in der Regel also zwölf Abschläge pro Jahr. Manche Stromanbieter verlangen auch elf Abschläge und erstellen im zwölften Monat die Gesamtrechnung.

Die Höhe des Abschlags darf der Stromanbieter nicht beliebig wählen, er muss sich an Deinem bisherigen Stromverbrauch orientieren. Beispiel: Wenn aufgrund Deines angegebenen Stromverbrauchs eine Jahresrechnung von 600 Euro zu erwarten ist, wird diese Summe durch zwölf Monate geteilt und ein monatlicher Abschlag von 50 Euro fällig.

Falls Dein Stromanbieter einen zu hohen Abschlag verlangt, fordere ihn zur Korrektur auf. Nutze dazu gerne unseren Musterbrief.

Zum Musterbrief

Abbuchen darf der Versorger den ersten Abschlag erst an dem Tag, an dem die Stromlieferung beginnt. In Stromtarifen mit variablen und dynamischen Preisen kann der Stromanbieter statt einer Abschlagszahlung auch jeden Monat eine Rechnung schicken. In allen Fällen muss der Stromanbieter verschiedene Möglichkeiten zum Bezahlen anbieten (§ 41 Abs. 2 EnWG). Wir empfehlen Dir, ein Sepa-Lastschriftmandat zu erteilen. Mit diesem bist Du nicht in der Verantwortung, pünktlich zu zahlen, weil der Versorger den Betrag selbst abbuchen lässt. Falsche Abbuchungen kannst Du zurückfordern.

Welche Rechte hast Du gegenüber dem Stromanbieter?

Der Gesetzgeber hat über die Bedingungen für den Vertrag hinaus noch weit mehr Regelungen erlassen, die Stromanbieter zu beachten haben. Hier haben wir für Dich verschiedene Themen zusammengefasst, in chronologischer Reihenfolge.

1. Der Vertragsabschluss

Nach Vertragsschluss muss Dir Dein neuer Stromanbieter eine „knappe, leicht verständliche und klar gekennzeichnete Zusammenfassung der wichtigsten Vertragsbedingungen“ übermitteln (§ 41 Abs. 4 EnWG). Dazu gehören:

  • Strompreise
  • voraussichtlicher Belieferungsbeginn
  • Kündigungsfrist
  • Bonusvereinbarungen (sofern vorhanden)
  • Mindestlaufzeiten (sofern vorhanden)
  • Kontaktdaten des Stromanbieters
  • Verbrauchsstelle (Stromzählernummer)

Mit Deinem Widerrufsrecht kannst Du innerhalb von 14 Tagen, nachdem Dir der gewählte Stromanbieter Deinen Auftrag bestätigt hat, einen Vertrag wieder aufheben (§ 355 BGB). In der Widerrufsbelehrung im Vertrag müssen dazu E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Faxnummer des Anbieters genannt sein.

2. Untergeschobene Verträge 

Vielleicht schickt Dir der Grundversorger in Deiner Region einen Brief, um Dich als Kunden zu gewinnen. Das ist völlig in Ordnung. Anders ist es, wenn ein Unternehmen Dich anruft und in ein Werbegespräch verwickelt: Das Unternehmen muss vorher Deine ausdrückliche Einwilligung in ein Werbegespräch dokumentieren (§ 7a UWG). Unerlaubte Werbeanrufe kannst Du der Bundesnetzagentur per Internetformular melden. 2021 verhängte die Bundesnetzagentur in solchen Fällen Bußgelder von bis zu 260.000 Euro gegen Energieversorger.

Selbst wenn Du am Telefon auf ein Angebot eingehst, ist der Vertrag damit nicht geschlossen, denn außerhalb der Grundversorgung ist die Textform für Verträge gesetzlich vorgeschrieben (§ 41b Abs. 1 EnWG). Ein mündlich unterbreitetes Angebot muss Dir also schriftlich vorgelegt werden und Du musst es annehmen.

3. Die Abschlagszahlung

Sind Abschlagszahlungen vereinbart, so muss die Höhe Deinem bisherigen Verbrauch entsprechen (§ 41b Abs. 3 EnWG). Mit jeder Jahresabrechnung sollte der Lieferant daher den Abschlag anpassen – hast Du mehr verbraucht, darf er mehr verlangen; hast Du weniger Strom bezogen, sollte er den Betrag senken – immer im Verhältnis zum geänderten Verbrauch. Macht Dein Stromanbieter das nicht, so fordere ihn dazu auf und nutze unser Mus­ter­schrei­ben. Einige Versorger bieten auch an, die Abschlagshöhe im Online-Kundenportal selbst zu verändern.

Fällig wird eine Abschlagszahlung frühestens zwei Wochen, nachdem Du eine Zahlungsaufforderung erhalten hast (§ 40c Abs. 1 EnWG). Hast Du einen Liefervertrag neu geschlossen, darf der Anbieter die erste Abschlagszahlung nicht vor Beginn der Lieferung verlangen (§ 41b Abs. 3 EnWG). Dasselbe gilt für Vorauszahlungen.

Wenn Dein Anbieter von Dir eine Erhöhung der Abschlagszahlung fordert, musst Du nicht zwingend mitspielen – vor allem nicht, wenn sich am Arbeitspreis nichts verändert, weil Du zum Beispiel noch eine Preisgarantie hast. Einseitige Abschlagserhöhungen durch den Anbieter sind dann nicht zulässig, sagen die Verbraucherzentralen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Bleibt Dein Verbrauch gleich, aber Du zahlst mehr Abschlag, würdest Du dem Anbieter ja quasi einen Mini-Kredit geben.

4. Preiserhöhung und Son­der­kün­di­gungs­recht 

Will Dein Anbieter den Strompreis erhöhen, muss er Dich darüber benachrichtigen – spätestens einen Monat, bevor er die Preise anhebt (§ 41 Abs. 5 EnWG). Kunden in der Grundversorgung sind sogar sechs Wochen vor einer geplanten Änderung zu informieren (§ 5 Abs. 2 StromGVV). Wenn der Stromanbieter nur eine höhere Mehrwertsteuer an Dich weitergibt, braucht er Dich über die sich dadurch ergebenden höheren Preise nicht zu unterrichten.

Wann und wie Stromanbieter Preiserhöhungen mitteilen, ist dabei sehr unterschiedlich. Sendet der Lieferant eine E-Mail, so muss entweder aus der Betreffzeile klar erkennbar sein, dass die E-Mail eine Preiserhöhung enthält. Oder aus dem E-Mail-Text oder einem angehängten Schreiben muss klar hervorgehen, dass eine Preisänderung bevorsteht.

Bei Preisanpassungen muss Dich der Stromanbieter über Dein Son­der­kün­di­gungs­recht informieren. Das bedeutet: Du kannst den Vertrag ohne Rücksicht auf die Kündigungsfrist zum Zeit­punkt der Preiserhöhung beenden. Fehlt der Hinweis auf die Sonderkündigung, gilt die Preiserhöhung als unwirksam. Übrigens: Diese Regeln gelten auch für den Fall einer Preissenkung.

Auch bei anderen Änderungen des Vertrags, beispielsweise wenn der Versorger Kündigungsfristen oder Laufzeiten ändert, gilt das Son­der­kün­di­gungs­recht und die Pflicht, auf dieses hinzuweisen. Eine Sonderkündigung musst Du selbst schreiben. Binnen einer Woche muss Dein Vertragspartner die Kündigung bestätigen (§ 41b Abs. 1 EnWG). Auch bei Umzug steht Dir ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu.

Während einer gültigen Preisgarantie dürfen Stromanbieter normalerweise keine Preisanpassungen vornehmen, Ausnahmen davon können aber in den AGB des Vertrags stehen. Ob Unternehmen eine Preisgarantie gewähren und wie diese gestaltet sind, ist deren Sache. Dazu gibt es keine gesetzlichen Regelungen.

Wehr Dich gegen Preiserhöhungen während einer Preisgarantie, wenn sie nicht auf steigende staatliche Preisbestandteile zurückzuführen sind. Denn das dürfen Stromanbieter nicht. Einige Unternehmen sind durch solches Verhalten bereits aufgefallen, so etwa ExtraEnergie und ExtraGrün, zu denen auch die Marken HitEnergie und prioenergie gehören. Sie hatten Kunden Preiserhöhungen angekündigt, obwohl Festpreise vereinbart waren. Das Landgericht Düsseldorf entschied 2022, dass solche Preiserhöhungen rechtswidrig seien. Die klagende Verbraucherzentrale NRW hat den Beschluss auf ihrer Website veröffentlicht. 2023 bestätigte das Oberlandesgericht Düsseldorf dann das vorherige Urteil. Betroffene können sich einer Sammelklage der Verbraucherzentralen gegen ExtraEnergie kostenlos anschließen.

Auch gegen die Versorger primastrom und voxenergie gingen Verbraucherschützer vor, hier der Bundesverband der Verbraucherzentrale vzbv. Die Unternehmen hatten 2022 trotz versprochener Preisgarantie die Preise für Strom (Primastrom) und Gas (Voxenergie) um ein Vielfaches erhöht. Im März 2024 einigten sich die Unternehmen mit dem vzbv darauf, die Preiserhöhung zurückzunehmen und Betroffenen ihr Geld zu erstatten.

Erhältst Du von Deinem Anbieter eine solche Preiserhöhung, solltest Du schriftlich widersprechen. Ist eine eingeschränkte Preisgarantie vereinbart, muss Dein Versorger die unternehmerischen Risiken tragen, zum Beispiel von steigenden Beschaffungskosten.

5. Fristgerechte Kündigung

Willst Du Deinen Vertrag kündigen, ist die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist zu beachten. Für Kunden in der Grundversorgung gilt eine Frist von 14 Tagen. Außerhalb der Grundversorgung darf die Kündigungsfrist in einem ab März 2022 geschlossenen Vertrag maximal einen Monat betragen. Hast Du Deinen Vertrag vor März 2022 geschlossen, darf Deine Kündigungsfrist auch bis zu drei Monate betragen.

Wenn Du selbst kündigst, musst Du das schriftlich machen. Du kannst eine E-Mail schreiben, natürlich aber auch einen Brief oder ein Fax (§ 309 Nr. 13 BGB). Nutze dafür gerne unseren Musterbrief zur ordentlichen Kündigung eines Stromvertrags. Einen online geschlossenen Vertrag kannst Du seit Juli 2022 auch online wieder lösen (§ 312k BGB). Dazu müssen Lieferanten eine Schaltfläche bereitstellen, die eindeutig beschriftet sein soll, etwa mit den Worten „Verträge hier kündigen”.

Schließlich: Die Kündigung kann auch der neu gewählte Stromanbieter für Dich vornehmen. Jede ordentliche Kündigung klappt dabei nur im Rahmen der Kündigungsfrist. Jede Kündigung – egal ob digital, schriftlich oder vom neuen Anbieter mitgeteilt – muss Dein bisheriger Anbieter binnen einer Woche bestätigen (§ 41b Abs. 1 EnWG). Grundsätzlich ist ein Lieferantenwechsel jederzeit möglich – zu Beginn eines Monats oder mitten im Monat. 

6. Die (Jahres- oder Schluss-) Abrechnung

Mindestens alle zwölf Monate muss Dir der Versorger eine Jahresabrechnung senden (§ 40b Abs. 1 EnWG). Du darfst dabei entscheiden, ob Du diese auf Papier oder elektronisch erhalten willst. Zudem muss Dir der Anbieter eine monatliche, viertel- und halbjährliche Abrechnung anbieten. Wählst Du keinen Abrechnungszeitraum, bestimmt ihn der Anbieter. Für eine jährliche Abrechnung darf er keine Gebühren erheben.

Der Stromanbieter muss Dir die Jahresabrechnung spätestens sechs Wochen nach Ablauf der Jahresfrist zustellen (§ 40c Abs. 2 EnWG). Hast Du einen Vertrag gekündigt, solltest Du ebenfalls innerhalb von sechs Wochen nach Lieferende die Abrechnung erhalten. Erhältst Du monatlich eine Rechnung über Deine Strom­kos­ten, ist Dir die letzte Rechnung nach Kündigung binnen drei Wochen zuzustellen.

Die Rechnung soll stets einfach und verständlich sein und muss alle Faktoren enthalten, die für die Berechnung notwendig sind (§ 40 Abs. 1 EnWG). Die Stromsteuer und die Mehrwertsteuer sind auf der Rechnung separat auszuweisen. Zusätzlich ist anzugeben, wie viel Du über die Stromrechnung für Netznutzung, Messstellenbetrieb und Konzessionsabgabe gezahlt hast. Findest Du einen Fehler auf der Abrechnung, fehlt etwas oder verstehst Du sie nicht, dann widersprich ihr. Und fordere den Stromanbieter auf, die Abrechnung zu korrigieren oder verständlich zu gestalten.

Ist auf Deiner Abrechnung ein Guthaben ausgewiesen, muss Dir Dein Versorger diese Rückerstattung binnen zwei Wochen zahlen oder mit der nächsten Abschlagszahlung vollständig verrechnen (§ 40c Abs. 3 EnWG). Ergibt die Abrechnung eine Nachzahlung für Dich, wird diese frühestens zwei Wochen, nachdem Du die Rechnung erhalten hast, fällig (§ 40c Abs. 1 EnWG). 

Sofern beim Vertragsabschluss vereinbart, sollte der Neukundenbonus auf der Abrechnung auftauchen. Ob der Versorger diesen Bonus mit Deinen Kosten verrechnet oder die Summe extra aufführt, ist ihm überlassen. In seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder im Vertrag sollte geregelt sein, wie er den Bonus berechnet sowie wann und wie er ihn zahlt. Fehlt der Bonus auf der Abrechnung oder hast Du nach Vertragsende Deinen Bonus nicht erhalten, dann mahne den Versorger. Manche Unternehmen reagieren erst dann.

Tipp: Hebe die Abrechnungen vier Jahre lang auf. Es kann passieren, dass ein Stromanbieter eine Abrechnung noch korrigiert. Zum Beispiel kann er plötzlich einen höheren Stromverbrauch berechnen, als ursprünglich in der Abrechnung ausgewiesen. Bis zu drei volle Kalenderjahre, nachdem Du die erste Version erhalten hast, ist dies möglich. Gut ist in einem solchen Fall, wenn Du nicht nur die alte Abrechnung noch besitzt, sondern auch den Zählerstand jedes Jahr notiert und gesichert hast.

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Was bedeuten Grundversorgung und Ersatzversorgung?

Wenn Du Deinen aktuellen Stromtarif nicht bewusst gewählt hast, steckst Du vermutlich in der Grundversorgung. Diese übernimmt der Anbieter mit den meisten Kunden in Deiner Region, häufig ein Stadtwerk. In der Vergangenheit waren die Preise für Strom in der Grundversorgung oft am höchsten. Auch 2024 gilt: Die Grundversorgung ist meist deutlich teurer als andere Stromtarife, sogenannte Sondertarife.

Unser Stromvergleichs-Rechner zeigt Dir den Grundtarif für Deinen Wohnort in der Regel gesondert über der Ergebnisliste an. Das hat zwei gute Gründe: Erstens hast Du immer ein gesetzliches Recht, in die Grundversorgung zu wechseln – der Tarif ist wie ein Sicherheitsnetz. Zweitens befinden sich viele Stromkunden ohnehin in der Grundversorgung und sehen so auf einen Blick, was dieser örtliche Basis-Tarif im Vergleich zu anderen Anbietern kostet. 

Fällt Dein bisheriger Versorger plötzlich aus oder verzögert sich ein geplanter Stromanbieterwechsel unerwartet, beliefert Dich der Grundversorger im Rahmen der Ersatzversorgung. Dort gibt es keinen Vertrag und daher auch keine Kündigungsfrist – sobald Dich ein von Dir gewählter Stromanbieter versorgt, endet die Ersatzversorgung. Bleibst Du untätig, geht die Ersatzversorgung nach drei Monaten automatisch in einen Grundversorgungsvertrag über. Die Preise in der Ersatzversorgung dürfen höher sein als in der Grundversorgung, schließe daher möglichst schnell einen neuen Vertrag. Und beachte: Nur in Ausnahmefällen darf Dich der Grundversorger überhaupt in die Ersatzversorgung stecken.

Mehr dazu im Ratgeber Grundversorgung

  • Das Energieunternehmen mit den meisten Kunden vor Ort beliefert Dich durch die Grundversorgung oder die Ersatzversorgung ganz automatisch mit Strom oder Gas.
  • Die Grundversorgung gehört aber oft zu den teuersten Tarifen – Du solltest sie meiden.

Zum Ratgeber 
 

Wie kommst Du schnell aus der Grundversorgung raus?

Steckst Du in der Grundversorgung, hat das zumindest einen Vorteil: die reguläre Kündigungsfrist beträgt zwei Wochen. Du kannst also jederzeit mit dem Finanztip Stromrechner (enthält Werbelinks) prüfen, ob es günstigere Tarife für Dich gibt und zügig den Stromanbieter wechseln. Unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist kann der neu gewählte Lieferant sogar für Dich die Grundversorgung kündigen.

Erste Hilfe bei Problemen mit dem Stromanbieter

Hält sich ein Stromanbieter nicht an die gesetzlichen Regeln oder seinen eigenen Vertrag, weise ihn erst einmal darauf hin. Oft löst eine Mail oder ein Anruf beim Kundenservice das Problem. Du kannst aber auch Dein Recht auf Verbraucherbeschwerde nach Paragraf 111a EnWG nutzen. Dafür haben wir Dir hier ein Mus­ter­schrei­ben vorbereitet. Normalerweise genügt es, das Schreiben per Mail oder Post an Deinen Stromanbieter zu schicken. Möchtest Du auf Nummer sicher gehen, sende es per Einschreiben.

Mus­ter­schrei­ben Verbraucherbeschwerde

Der Stromanbieter hat dann vier Wochen Zeit, um das Problem zu lösen oder Dir eine ausreichende Erklärung zu schicken. Macht er das nicht, kannst Du Dich im Anschluss an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Auf diese müssen Stromversorger auf jeder Abrechnung, auf Schreiben zu Preiserhöhungen und bei Abschluss eines Liefervertrags hinweisen.

Kannst Du gegenüber der Schlichtungsstelle belegen, dass der Stromanbieter auf Deine Beschwerde nicht reagiert oder sie nicht gelöst hat, eröffnet sie ein Schlich­tungs­ver­fahr­en – für Dich ist das immer kostenlos. Stromanbieter mögen das nicht, denn die Schlichtungsstelle berechnet dem Unternehmen dafür eine Gebühr. Pro Fall stellt sie gewöhnlich einen niedrigen dreistelligen Betrag in Rechnung.

Hast Du den Stromliefervertrag über ein Vergleichsportal abgeschlossen, kannst Du Dich auch dorthin wenden. Verivox und Check24 beispielsweise vermitteln zwischen Stromanbietern und Kunden.

Weitere Maßnahmen gegen den Stromanbieter

Stufst Du das Verhalten Deines Stromanbieters als unseriöse Geschäftspraktik ein, sind die Verbraucherzentralen die richtige Anlaufstelle für Deine Kritik. Die Verbraucherschützer können Unternehmen abmahnen, ihnen Unterlassungserklärungen abringen oder sie verklagen.

Kommt Dein Stromanbieter seinen Pflichten nicht nach, schickt keine fristgerechte Abrechnung, antwortet nicht auf Schreiben oder liefert nicht zuverlässig Energie, kannst Du überlegen, die Bundesnetzagentur darüber zu informieren. Die Behörde kann gegen einen Versorger ein Aufsichtsverfahren einleiten, wenn der Verdacht besteht, dass das Unternehmen nicht mehr leistungsfähig ist. Zur Not untersagt die Behörde dem Anbieter seine Tätigkeit ganz oder teilweise.

Gibt es dagegen Probleme mit dem Netzbetreiber, ist immer die Bundesnetzagentur die richtige Anlaufstelle für Beschwerden. Ein Netzbetreiber muss alle Stromanbieter gleich behandeln. Er darf kein Unternehmen bevorzugen oder benachteiligen. Gleiches gilt für die Betreiber von Stromzählern. Willst Du Deinen Mess­stel­len­be­trei­ber wechseln, so muss dies das bisherige Unternehmen mittragen.

Bist Du Dir unsicher, ob das Verhalten Deines Anbieters korrekt ist, dann kann der Austausch mit anderen helfen. In unserer Finanztip-Community kannst Du mit weiteren Betroffenen diskutieren oder ein neues Thema eröffnen.

Was, wenn Dein Stromanbieter kündigt oder insolvent geht?

Wenn Dein Stromanbieter von sich aus Deinen Vertrag kündigt und Du schließt erstmal keinen neuen Stromvertrag ab, wirst Du über die lokale Grundversorgung weiter mit Strom versorgt. Keine Sorge: Auch, falls Dein Stromanbieter ganz plötzlich nicht mehr liefert, ein Stromanbieter-Wechsel scheitert oder sich verzögert, gehen bei Dir zuhause die Lichter nicht aus. Dann springt die sogenannte Ersatzversorgung ein. Schließe dann aber unbedingt einen neuen Vertrag ab. Nutze dazu gerne unseren Finanztip-Stromrechner.

Im Herbst 2021 waren einige Stromanbieter von den hohen Einkaufspreisen an der Strombörse kalt erwischt worden: Mehrere Lieferanten hatten Insolvenz angemeldet, so Enqu, Lition, Otima oder Smiling Green Energy. Andere haben die Verträge mit ihren Kunden gekündigt oder deren Belieferung eingestellt, ohne dass sie zahlungsunfähig waren. Zu diesen Firmen gehören etwa die Rheinische Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesellschaft, Elektrizitätswerke Düsseldorf, Phoenixstrom und Stromio.

Stromio wurden die Bilanzkreisverträge gekündigt, das bedeutet: Stromio durfte keine Energie mehr über das öffentliche Stromnetz liefern. Bei der Bundesnetzagentur hat sich das Unternehmen als Stromlieferant abgemeldet. Schätzungsweise 800.000 Kunden waren Ende 2021 von dem Lieferstopp betroffen. Die Verbraucherzentrale Hessen führt eine Musterfeststellungklage gegen Stromio, Betroffene können sich kostenlos ins Klageregister eintragen und damit Schadenersatz von Stromio gerichtlich einfordern.

Damit sich solche Fälle nicht wiederholen, hat der Gesetzgeber das Energiewirtschaftsgesetz im Sommer 2022 geändert. Stromlieferanten müssen nun spätestens drei Monate vor Ende ihrer Tätigkeit dies den Kunden und der Bundesnetzagentur mitteilen sowie auf ihrer Internetseite über das Ende des Stromliefergeschäfts informieren (§ 5 EnWG). Der Bundesnetzagentur sollen Unternehmen zudem darlegen, wie sie bis Ende ihrer Tätigkeit die Versorgung der Kunden sicherstellen.

Autoren
Ines Rutschmann

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