Strom kündigen beim Umzug Ganz einfach: Strom anmelden in Deiner neuen Wohnung

Benjamin_Weigl
Benjamin Weigl
Finanztip-Experte für Energie

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Umzug solltest Du Dich auch um Deinen Stromvertrag kümmern. Alte Verträge kannst Du regulär kündigen oder per Son­der­kün­di­gungs­recht auflösen.

  • Oft ist es möglich, den Stromvertrag auf die neue Wohnung umzumelden.

  • Ziehst Du in eine Wohnung, ohne einen Stromanbieter beauftragt zu haben, beliefert Dich das örtliche Stadtwerk mit der oft teuren Ersatzversorgung.

So gehst Du vor

  • Informiere Deinen Stromanbieter mindestens sechs Wochen vor Deinem Umzug. Du kannst Dein Son­der­kün­di­gungs­recht nutzen, wenn er Dich nicht an der neuen Adresse beliefern kann. Nimm dafür gern unser Mus­ter­schrei­ben:

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  • Wenn Dein alter Stromvertrag schon länger läuft, kannst Du ihn unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist auch regulär kündigen. Für die ordentliche Kündigung haben wir dieses Mus­ter­schrei­ben vorbereitet:

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  • Schließe mindestens zwei Wochen vor dem Umzug einen Stromvertrag für die neue Wohnung ab. Vergleiche Tarife am besten mit unserem Stromrechner, der die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig abfragt und die Ergebnisse nach unseren strengen Finanztip-Kriterien filtert.

  • Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über den Du Deinen Tarif direkt abschließen kannst. Alle Emp­feh­lungen erfolgen rein redaktionell und zu 100 Prozent unabhängig.

Zum Stromrechner

Mehr als eine Million Menschen ziehen jedes Jahr in Deutschland in eine neue Wohnung. Oder sie lösen ihren Haushalt auf und verlassen das Land. In beiden Fällen solltest Du Dich kurz mit der eigenen Stromversorgung befassen. Denn falls Du Deinen Stromvertrag bei Auszug nicht kündigst, zahlst Du unter Umständen weiter für den Anschluss in der alten Wohnung. Und wenn Du in die neue Wohnung einziehst, ohne den Strom anzumelden, zahlst Du auf jeden Fall mehr, als Du müsstest.

Was hast Du bei einem Umzug zu beachten?

Am einfachsten und günstigsten ist es, vor dem Umzug zu klären, welcher Stromanbieter Dich künftig beliefern soll. Läuft in der alten Wohnung der Stromliefervertrag auf Dich, solltest Du zunächst prüfen, ob Du ihn ummelden kannst oder lieber kündigst. Drei Optionen stehen Dir zur Verfügung.

Option 1: Ordentlich kündigen

Praktisch ist es, wenn das Ende Deiner Vertragsbindung mit dem Auszug zusammenfällt, beziehungsweise Du nicht mehr an Deinen Vertrag gebunden bist und die Kündigungsfrist beachtest. Dann kannst Du Deinen Vertrag zum Auszug ordentlich kündigen. Wenn Du für Deine neue Wohnung einen anderen Stromanbieter wählst, kann dieser Deinen alten Vertrag für Dich kündigen. Binnen einer Woche muss Dein bisheriger Anbieter die Kündigung bestätigen (§41b Abs. 1 EnWG).

Zur Kündigungsfrist: Bei Verträgen, die ab März 2022 abgeschlossen wurden, beträgt die Kündigungsfrist nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit maximal einen Monat (§ 309 Nr. 9 BGB). Ist Dein Vertrag älter, kann die Kündigungsfrist bis zu drei Monate betragen. Prüfe die Fristen in Deinen Vertragsunterlagen.

Hier kannst Du Dir unsere Vorlage Musterbrief zur ordentlichen Kündigung des Stromvertrags herunterladen:

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Option 2: Die außerordentliche Kündigung per Son­der­kün­di­gungs­recht

Ist eine ordentliche Kündigung nicht möglich, steht Dir bei Umzug seit Juli 2021 ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu (§ 41b Abs. 5 EnWG). Folgendes musst Du bei dieser außerordentlichen Kündigung beachten:

  1. Du musst die außerordentliche Kündigung mindestens sechs Wochen vor Deinem Auszug und damit dem angestrebten Vertragsende an Deinen Lieferanten senden.
  2. Eine außerordentliche Kündigung musst Du selbst schreiben. Gesetzlich vorgeschrieben ist dabei die Textform (§ 309 Abs. 13 BGB). Du kannst eine E-Mail, einen Brief, ein Fax oder ein Einschreiben senden. Nutze dafür gerne unseren Musterbrief, Du findest ihn am Ende dieses Abschnitts.
  3. Nenne als Grund für die Sonderkündigung, dass Du umziehst, und gib die neue Anschrift oder die Nummer des Stromzählers in der neuen Wohnung an.

Will Dich Dein Lieferant an der neuen Anschrift weiterhin beliefern, muss er Dir innerhalb von zwei Wochen nach Deiner Kündigung ein neues Lieferangebot machen – und zwar zu den Preisen, die Du bislang bei ihm zahlst. Macht Dir Dein Lieferant kein solches Angebot, muss er Dir Deine Kündigung bestätigen (§ 41b Abs. 1 EnWG). Kümmere Dich dann sofort um einen neuen Stromvertrag für die neue Anschrift.

Hier kannst Du Dir unsere Vorlage Musterbrief zur Sonderkündigung des Stromvertrags wegen Umzugs herunterladen:

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Option 3: Ummelden und Deinen Stromanbieter „mitnehmen“

Möchtest Du Deinem bisherigen Anbieter gar nicht kündigen, sondern Dich ummelden und an der neuen Anschrift weiter von ihm beliefert werden, dann informiere ihn mindestens sechs Wochen vor dem Umzug. Teile ihm die neue Anschrift und die neue Zählernummer mit. Kann Dich das Unternehmen an der neuen Adresse beliefern, bestätigt es Dir die Ummeldung. Dann musst Du beim Auszug nur noch den bisherigen Stromzähler ablesen und dem Anbieter den Zählerstand mitteilen.

Kann Dich der Stromanbieter dagegen nicht ummelden, bietet er in der Regel von selbst an, den Liefervertrag zu beenden. Bei einigen Stromlieferanten ist die Kündigung des Vertrags bei einem Umzug grundsätzlich vorgesehen – das steht dann in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Versorgers. Kümmere Dich in jedem Fall rechtzeitig um einen neuen Stromvertrag – am besten vor Deinem Einzug in die neue Wohnung. Einen passenden und günstigen Stromtarif findest Du mit unserem Stromrechner im nächsten Abschnitt.

Innerhalb von zwei Wochen sollte der neue Stromanbieter alles geregelt haben, damit Du ab dem ersten Tag in der neuen Wohnung Strom von ihm bekommst. Willst Du ganz sicher gehen, dass Du ab dem Tag des Einzugs vom neuen Stromversorger beliefert wirst, dann beauftrage ihn drei bis vier Wochen vor Deinem Umzug.

Stromvergleich: In zehn Minuten Strom anmelden

Egal, ob Du Deinen Stromvertrag in der alten Wohnung gekündigt hast oder bisher noch gar keinen eigenen Stromanbieter hattest: Bei einem Umzug solltest Du einen Stromvertrag für die neue Wohnung anmelden, damit Du günstig beliefert wirst. Der Finanztip-Stromrechner hilft Dir bei der Suche nach einem passenden Angebot – das dauert kaum zehn Minuten.

Die Ergebnisliste des Finanztip-Stromrechners enthält Werbelinks zu Stromtarifen, die uns täglich aktuell von Check24 und Verivox übermittelt werden. Hauptparameter für die Sortierung der Angebote ist der jährliche Gesamtpreis. Mit der Auswahl der Filterkriterien verändern sich die Tarife, die erscheinen. Angebote, die unsere Finanztip-Kriterien nicht erfüllen, werden ans Ende der Liste sortiert. Alle Emp­feh­lungen erfolgen redaktionell unabhängig.

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Hinweise zu den Daten im Finanztip-Stromrechner

Der Finanztip-Stromrechner basiert auf Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Du ein ver­brau­cher­freund­liches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien erhältst. Ausführlich erklären wir das hier. Den Grundversorgungstarif an Deinem Wohnort zeigen wir zum besseren Vergleich oberhalb der Ergebnisliste an. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen und erheben keinen Anspruch auf vollständige Marktabdeckung. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Willst Du über Verivox oder Check24 den Vertrag abschließen, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt in der Regel erst zustande, wenn Dich der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Für Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2023 www.check24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2023). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Willst Du einen abgeschlossenen Vertrag wieder kündigen, klicke für Check24-Verträge hier und für Verivox-Verträge hier, um Deine Kündigung durchzuführen.

Findest Du über unseren Rechner einen geeigneten Stromtarif, hast Du zwei Möglichkeiten, den Vertrag abzuschließen. Entweder Du klickst auf die angezeigten Links zu Verivox oder Check24, die dann den Vertragswechsel für Dich einleiten. Dafür erhalten die Portale eine Provision vom jeweiligen Anbieter. Und Du unterstützt die Arbeit von Finanztip, denn wir erhalten dann wiederum eine Provision vom jeweiligen Portal, über das der Vertragswechsel eingeleitet wird. Oder Du nimmst direkt Kontakt zum Anbieter auf und schließt mit ihm einen Vertrag ab. Dann erhalten weder die Vergleichsportale noch wir eine Provision.

Wir zeigen Dir in der Ergebnisliste auch Tarife, die nicht über die Portale abgeschlossen werden können. Entscheidest Du Dich für einen solchen, musst Du ohnehin direkt beim Anbieter Deinen Vertrag schließen.

Dein neuer Stromvertrag: Rechtzeitig zum Einzug startklar

Wenn Du Dich für einen Tarif entschieden hast und Dich beim neuen Stromanbieter anmeldest, brauchst Du folgende Daten:

  • die vollständige Adresse der neuen Wohnung und

  • die Zählernummer am neuen Stromanschluss.

Das Datum des Einzugs solltest Du möglichst exakt angeben – es ist die Basis für den Beginn der Stromversorgung. Ziehst Du früher ein als angegeben, fällst Du für die Tage bis Vertragsbeginn in die Ersatzversorgung. Ziehst Du ein paar Tage später ein als angegeben, entsteht Dir kein finanzieller Schaden, sofern sich niemand anderes in der Wohnung aufhält und dort Strom verbraucht.

Bei Einzug solltest Du unbedingt den Stromzähler ablesen und den Zählerstand dem neuen Stromanbieter oder dem örtlichen Netzbetreiber mitteilen. Das ist online möglich: In der Regel bieten die Netzbetreiber ein Formular auf Ihrer Internetseite, um den Zählerstand einzutragen.

Zweimal Strom angemeldet? Trotzdem gibt's nur einen Vertrag

Ziehst Du gemeinsam mit jemand anderem in eine Wohnung, solltest Du zuerst klären, auf wen der Strom angemeldet werden soll, bevor Du den Vertrag abschließt. Es passiert allerdings auch nichts, wenn mehrere Bewohner für denselben Netzanschluss einen Stromanbieter beauftragen. Ist bereits ein Anbieter für die Belieferung eines bestimmten Stromanschlusses vorgesehen, kann sich für diesen Stromzähler kein weiterer Versorger beim Netzbetreiber registrieren. Der entsprechende Anbieter wird Dir dann mitteilen, dass er Dich nicht beliefern kann. Ein zweiter Stromvertrag kommt damit gar nicht zustande.

Was solltest Du beim Auszug erledigen?

Es gehört zu Deiner Sorgfaltspflicht, dem Stromanbieter mitzuteilen, dass du umziehst. Dieser benachrichtigt daraufhin den Netzbetreiber. Für Kosten, die am alten Stromanschluss nach Deinem Auszug entstehen, bist Du damit nicht mehr verantwortlich. Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du Dich sechs Wochen vor Umzug an Deinen Versorger wendest, den Strom auf die neue Wohnung ummeldest oder den Vertrag kündigst.

In jedem Fall solltest Du beim Auszug den Stromzähler ablesen und am besten ein Foto machen. Den Zählerstand zum Datum des Auszugs solltest Du dann dem Stromanbieter mitteilen, damit er korrekt abrechnen kann. Der Lieferant muss Dir dann innerhalb von sechs Wochen die Schlussrechnung zustellen (§ 40c Abs. 2 EnWG).

Der Netzbetreiber kann Dich unabhängig davon auffordern, ihm den Zählerstand bei Auszug mitzuteilen.

So kommst Du auf jeden Fall aus dem Stromvertrag raus

Wenn Du Deinen alten Stromvertrag loswerden möchtest, ist ein Umzug ein günstiger Zeit­punkt dafür. Denn beim Umzug gibt es drei Möglichkeiten, den Stromvertrag zu kündigen – inklusive eines Spezialtricks.
Du kannst Deinen Stromvertrag regulär kündigen, entsprechend der Kündigungsfrist. Prüfe in diesem Fall die Fristen in Deinem Vertrag. Nutze gern unser Mus­ter­schrei­ben zur Kündigung. Oder Du nutzt Dein Son­der­kün­di­gungs­recht bei einem Umzug (§ 41b Abs. 4 EnWG). Verwendet dafür gern unser Mus­ter­schrei­ben zur Sonderkündigung. Beachte: Wenn Dich Dein bisheriger Stromanbieter an der neuen Anschrift zu denselben Preisen beliefern kann, kommst Du so nicht aus dem Vertrag heraus. Mehr zu diesen beiden Möglichkeiten haben wir weiter oben aufgeschrieben.

Spezialtipp: Willst Du aus dem alten Vertrag mit Deinem Stromanbieter unbedingt herauskommen und nicht das Risiko eingehen, dass er Dich an der neuen Adresse zu den bisherigen Preisen weiter beliefert, gibt es noch eine dritte Lösung. An der neuen Anschrift kann Dich der Stromanbieter nur versorgen, wenn für die neue Wohnung noch kein Stromvertrag besteht. Ziehst Du mit einer anderen Person zusammen, kannst Du das nutzen. Entweder läuft in der neuen Wohnung schon ein Liefervertrag auf die andere Person. Oder sie schließt anstatt Dir einen neuen Stromvertrag für die Wohnung ab, ehe Du Deinen alten Stromvertrag per Sonderkündigung kündigst. Deinem bisherigen Anbieter kannst Du dann in Deiner Kündigung mitteilen, dass es in der neuen Wohnung bereits einen Anschlussnutzer gibt. Er wird Dir dann bestätigen, dass er den Vertrag nicht fortführen kann.

Umzug nicht angemeldet? Das kann es Dich kosten

Sowohl der Stromversorger als auch der Netzbetreiber sind darauf angewiesen, dass sie erfahren, dass ein Stromkunde auszieht oder bereits ausgezogen ist. Wissen beide Unternehmen nichts von Deinem Auszug, können sie Dir die entstehenden Kosten am alten Anschluss aufbrummen. Ob Du tatsächlich noch Stromentgelte für die alte Wohnung zahlen musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Verhalten des neuen Bewohners, den Vertragsbedingungen des Versorgers und ob Du den Umzug zu einem späteren Zeit­punkt meldest.

Der Netzbetreiber muss eine Auszugsmeldung bis zu sechs Wochen rückwirkend akzeptieren. Er darf für diesen Zeitraum keine Gebühren für den Betrieb von Stromnetz und Stromzähler berechnen. Von Deinem Umzug kann er entweder durch Dich, Deinen Energieversorger oder vom neuen Bewohner Deiner alten Wohnung erfahren. Will der Nachmieter oder neue Eigentümer einen neuen Stromvertrag abschließen, fällt das dem Netzbetreiber auf. Er wird dann klären, welcher Kunde den Anschluss tatsächlich nutzt.

Zieht ein neuer Bewohner nicht nahtlos nach Dir ein und erfährt der Netzbetreiber erst nach mehr als sechs Wochen von Deinem Auszug, darf er Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes und den Stromzähler berechnen. Allerdings nur für die Tage, die über sechs Wochen hinausgehen. Der Netzbetreiber stellt diese Gebühren dem Stromanbieter in Rechnung. Dieser wird sich die Kosten vermutlich von Dir erstatten lassen wollen, falls Du ihn nicht über Deinen Umzug informiert hast. Einige Versorger legen bereits in ihren AGB fest, dass der Kunde für solche Kosten aufkommen soll.

Noch höhere Kosten können für Dich anfallen, wenn der neue Bewohner direkt nach Dir einzieht und keinen Stromvertrag abgeschlossen hat. Für den Netzbetreiber und den Stromversorger bist Du weiterhin der Nutzer des Stromanschlusses. Du zahlst dann erst einmal weiterhin Deinen Abschlag. Selbst wenn Du Deinen Auszug noch bis zu sechs Wochen später meldest, klärt dies nicht alles. Die rückwirkende Abmeldung gilt nur für die Kosten des Netzbetriebs und des Stromzählers. Aber wer bezahlt den verbrauchten Strom? In manchen AGB steht, dass derjenige, der den Umzug verspätet oder gar nicht gemeldet hat, die Kosten tragen muss.

Möglich ist auch, dem Nachmieter oder Neueigentümer seinen Verbrauch zu berechnen. Dies klären gewöhnlich Dein alter Versorger und der Grundversorger an der alten Adresse miteinander. Dafür wäre es hilfreich, wenn Du Deinen Stromzähler bei Auszug abgelesen hast und dies nachweisen kannst. Der alte Versorger kann Dir aber zusätzliche Kosten berechnen für seinen Aufwand, um die Sache zu klären.

Du siehst: Wenn Du beim Wohnungswechsel den Strom nicht kündigst beziehungsweise neu anmeldest, ist Ärger vorprogrammiert.

Beim Einzug fließt immer Strom – ohne Vertrag aber teuer

Jeder Haushalt hat in Deutschland das Recht, über das öffentliche Netz Strom zu beziehen. Das bedeutet: Ziehst Du in eine Wohnung ein, kannst Du sofort Strom nutzen. Dafür musst Du zunächst nicht einmal einen Vertrag mit einem Stromanbieter unterzeichnen.

Entnimmst Du dem Stromnetz erstmals elektrische Energie, gilt der Strom als geliefert – und Du musst ihn bezahlen. Wenn Du keinen Stromvertrag abgeschlossen hast, wirst Du dabei in der Ersatzversorgung beliefert. Dein Vertragspartner ist dann automatisch der örtliche Grundversorger (§ 38 EnWG). Das ist das Unternehmen mit den meisten Kunden in der Region, oft sind das die Stadtwerke. Der Grundversorger wird in den darauffolgenden Wochen einen Brief schreiben und Dich als neuen Kunden begrüßen. Er adressiert sein Schreiben an den Hauptmieter oder Eigentümer einer Wohnung. Dieser gilt als Nutzer des Stromanschlusses und damit als Vertragsnehmer.

Ersatzversorgung kann teuer sein, aber Du kannst schnell raus

So schön die sichere Versorgung ist – sie kostet. Die Preise in der Ersatzversorgung dürfen deutlich teurer als jene in der Grundversorgung sein. Einige Stadtwerke verlangen einheitliche Preise in der Grund- und Ersatzversorgung. Wir raten Dir, Deinen Stromanbieter lieber selbst zu wählen und aktiv einen günstigen Vertrag abzuschließen. Das gilt besonders, wenn Dein Grundversorger sehr hohe Preise in der Ersatzversorgung verlangt. Über unseren Vergleichsrechner für Stromtarife findest Du günstige Angebote.

Bist Du bereits in der Ersatzversorgung und schließt dann einen neuen Stromvertrag ab, erledigt Dein künftiger Anbieter den Papierkram für Dich. Sobald der Stromanbieter die Versorgung starten kann, endet die Ersatzversorgung. Maximal sollte das drei Wochen dauern. Eine Kündigungsfrist besteht in der Ersatzversorgung nicht.

Bleibst Du drei Monate in der Ersatzversorgung, fällst Du automatisch in die reguläre Grundversorgung. Denn nach einer weiteren Stromentnahme schließt der Grundversorger mit Dir einen sogenannten konkludenten Vertrag. Das bedeutet, dass Du nichts machen musst und zu den Preisen in der Grundversorgung beliefert wirst. Dabei gilt stets eine Kündigungsfrist von zwei Wochen (§ 20 StromGVV).

Kein Strom nur bei gesperrtem Anschluss

Es gibt nur eine Möglichkeit, in einer neuen Wohnung ohne Strom dazustehen: wenn der Netzanschluss gesperrt ist. Das kann passieren, wenn ein Stromkunde dem Grundversorger mehr als 100 Euro schuldet und trotz Mahnung nicht zahlt (§ 19 Abs. 2 StromGVV). Gut 200.000 Haushalte sind laut dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur davon jedes Jahr betroffen. Wenn Du in eine Wohnung mit gesperrtem Stromanschluss ziehst, ohne dass Energieversorger und Netzbetreiber von diesem Mieterwechsel erfahren haben, bleibt der Anschluss erst einmal gesperrt. Schließt Du dagegen vor Einzug einen Stromvertrag ab, schaltet der Netzbetreiber den Anschluss frei.

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst​

Wie kannst Du Deinen Stromvertrag bei einem Umzug kündigen?

Bei einem Umzug kannst Du Deinen Stromvertrag auf zwei Arten kündigen:

  1. Wenn Dein alter Stromvertrag schon länger läuft, kannst Du ihn unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist ganz regulär kündigen.
  2. Wenn Dein Stromvertrag noch eine längere Vertragslaufzeit oder eine zu lange Kündigungsfrist hat, kannst Du bei einem Umzug auch per Sonderkündigung kündigen. Das Son­der­kün­di­gungs­recht nutzt Du, indem Du Deinen Stromanbieter mindestens sechs Wochen vor Deinem Umzug informierst.

Besonders einfach klappt die Kündigung, wenn Du unsere Musterbriefe als Vorlage nutzt.

Hier findest Du die Musterbriefe »

Welche Kündigungsfrist musst Du beachten?

Bei neuen Stromverträgen, die ab März 2022 abgeschlossen wurden, beträgt die Kündigungsfrist nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit maximal einen Monat. In älteren Stromverträgen kann die Kündigungsfrist bis zu drei Monate betragen. Bei einem Umzug hast Du aber auch ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Diese außerordentliche Kündigung musst Du mindestens sechs Wochen vor Deinem Auszug verschicken. Nutze dafür gerne unsere Musterbriefe als Vorlage.

Hier findest Du die Musterbriefe »

Was passiert mit Deinem Stromvertrag, wenn Du bei einem Umzug nicht kündigst?

Im schlimmsten Fall bekommen der Netzbetreiber und Dein Stromanbieter nichts von Deinem Umzug mit. Dann kann es sein, dass Dein Nachmieter oder der neue Eigentümer der Wohnung Strom verbraucht und Du die Kosten dafür tragen musst. Deshalb solltest Du Dich bei einem Umzug immer um eine Kündigung des Stromvertrags und einen neuen Vertrag für die künftige Wohnung kümmern. Oft ist es aber auch möglich, Deinen Stromvertrag zur neuen Adresse mitzunehmen.

Mehr dazu »

Wie findest Du einen Stromvertrag für die neue Wohnung?

Bei einem Umzug solltest Du einen Stromvertrag für die neue Wohnung anmelden, damit Du günstig beliefert wirst. Wir empfehlen dazu einen Stromvergleich mit unserem Finanztip-Stromrechner. Er basiert auf den Datenbanken von Check24 und Verivox und zeigt nur Tarife an, die unseren ver­brau­cher­freund­lichen Kriterien entsprechen.

In zehn Minuten zum neuen Stromvertrag »

Welche Sonderrechte hast Du bei einem Umzug?

Wenn Du umziehst, hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht gegenüber Deinem Stromanbieter. Diese außerordentliche Kündigung musst Du mindestens sechs Wochen vor Deinem Umzug verschicken. Der Stromanbieter gibt Dir dann Bescheid, ob er Dich an der neuen Adresse zu den bisherigen Preisen beliefern kann. Wenn das nicht geht oder er das nicht möchte, ist die Sonderkündigung wirksam.

Hier findest Du ein Mus­ter­schrei­ben für die Sonderkündigung »

Autoren
Ines Rutschmann

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